DSWV hinterfragt GGL-Schätzung zum Schwarzmarktanteil und verweist auf Platincasino-Fall

Hugo Hansen · Nov 4, 2026

DSWV hinterfragt GGL-Schätzung zum Schwarzmarktanteil und verweist auf Platincasino-Fall

Aktuelle Entwicklungen im deutschen Online-Glücksspielmarkt 2026

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat die Schätzung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zum Anteil des illegalen Online-Glücksspiels am Bruttospielertrag für 2024 öffentlich angefochten, wobei die Behörde von 22,97 Prozent ausgegangen war und diese Zahl auf eine im März 2026 in Auftrag gegebene Befragungsstudie stützte.

Die Kritik des Verbands bezieht sich dabei direkt auf die Ergebnisse der Ermittlungen gegen Platincasino, bei denen im September 2026 eine Razzia in Frankfurt stattfand, und verweist auf einen daraus resultierenden Steuerausfall von 77,6 Millionen Euro allein für das Jahr 2024, was 36,3 Prozent der legalen Steuereinnahmen aus virtuellen Automatenspielen in Höhe von 213,5 Millionen Euro entspricht.

Hintergründe der Auseinandersetzung um Marktschätzungen

Behördenvertreter hatten die 22,97-Prozent-Quote als realistische Einschätzung des Schwarzmarktanteils präsentiert, während der DSWV argumentiert, dass diese Zahl vor allem im Bereich der Casino- und Slot-Angebote einschließlich Tischspielen wie Blackjack deutlich zu niedrig angesetzt sei, da die Ermittlungsdaten aus dem Platincasino-Fall einen wesentlich höheren illegalen Anteil nahelegen.

Und hier zeigt sich, wie die Verwendung von Durchsetzungsdaten aus konkreten Ermittlungen die bisherigen Befragungsergebnisse ergänzen oder korrigieren könnte, denn die Steuerausfälle aus dem einen Fall allein machen bereits mehr als ein Drittel der legalen Steuereinnahmen aus diesem Segment aus.

Details zur Platincasino-Untersuchung und ihren Auswirkungen

Die Razzia in Frankfurt im September 2026 brachte nach Angaben des Verbands erhebliche Hinweise auf umfangreiche illegale Aktivitäten ans Licht, wobei der daraus berechnete Steuerschaden von 77,6 Millionen Euro für 2024 die Dimension des Problems verdeutlicht und insbesondere die Casino- sowie Slot-Segmente betrifft, die auch Tischspiele wie Blackjack umfassen.

Beobachter merken an, dass solche Einzelfälle mit hohen Ausfällen darauf hindeuten, wie der tatsächliche Schwarzmarktanteil höher liegen könnte als die auf Umfragedaten basierende GGL-Schätzung, und der DSWV fordert daher eine Neubewertung im Rahmen der laufenden Evaluation des Glücksspielstaatsvertrags 2021.

Entwicklungen bei der Regulierung des deutschen Glücksspielmarkts

Forderungen an die laufende GlüStV-2021-Evaluation

Die Evaluation des Glücksspielstaatsvertrags 2021 soll bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, und der DSWV schlägt vor, in diesem Prozess verstärkt auf Daten aus Strafverfolgungsmaßnahmen wie der Platincasino-Untersuchung zurückzugreifen, um die Marktanteile des illegalen Angebots genauer zu bestimmen.

So könnten die bisherigen Schätzungen aus der März-2026-Befragung mit realen Durchsetzungszahlen abgeglichen werden, was zu angepassten Annahmen über den Schwarzmarkt führen würde, insbesondere da der eine dokumentierte Fall bereits 36,3 Prozent der legalen Steuereinnahmen aus virtuellen Slots ausmacht.

Und während die GGL ihre ursprüngliche Quote von 22,97 Prozent weiterhin als Grundlage verwendet, verweist der Verband darauf, dass eine Aktualisierung der Zahlen notwendig sei, um die regulatorischen Maßnahmen entsprechend auszurichten und den illegalen Markt in den betroffenen Segmenten besser einzudämmen.

Ausblick auf regulatorische Anpassungen bis Ende 2026

In den kommenden Wochen bis zum Abschluss der Evaluation im Dezember 2026 könnten die Argumente des DSWV Einfluss darauf nehmen, wie zukünftige Schätzungen zum Schwarzmarktanteil erstellt werden, denn die Einbeziehung von Steuerschadensdaten aus Ermittlungen wie der Platincasino-Razzia bietet eine alternative Methode zur bisherigen Befragungsmethode.

Die Diskussion dreht sich dabei um die Frage, ob die bestehenden Zahlen ausreichend sind oder ob eine Neubewertung anhand von Vollzugsdaten zu höheren Anteilen im illegalen Casino- und Slot-Bereich führen würde, was wiederum Auswirkungen auf die Regulierung von Angeboten wie Blackjack haben könnte.

Schlussfolgerung

Die Auseinandersetzung zwischen DSWV und GGL zeigt, wie unterschiedliche Datenquellen zu abweichenden Einschätzungen des Schwarzmarktanteils führen können, und die Forderung nach einer Neubewertung im Rahmen der GlüStV-2021-Evaluation bis Ende 2026 bleibt ein zentraler Punkt in der aktuellen Debatte um die deutsche Glücksspielregulierung.